﻿{"id":40,"date":"2016-11-06T15:38:43","date_gmt":"2016-11-06T14:38:43","guid":{"rendered":"http:\/\/h219165.server21.campusspeicher.de\/wordpress\/?page_id=40"},"modified":"2022-08-10T13:35:58","modified_gmt":"2022-08-10T11:35:58","slug":"neuentempel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/startseite\/neuentempel\/","title":{"rendered":"Neuentempel"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"169\" height=\"300\" src=\"http:\/\/h219165.server21.campusspeicher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KircheNTAltar.jpg\" alt=\"kirchentaltar\" class=\"wp-image-96\"\/><figcaption>Altar vor 1945<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der ersten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts begann\u00a0 die\u00a0 Urbarmachung und Besiedlung unseres Gebietes. Augustinerm\u00f6nche aus dem Osten Europas, aus Naumburg am Bober in Schlesien, gr\u00fcndeten die D\u00f6rfer G\u00f6rlsdorf und Diedersdorf, und die Br\u00fcder des Tempelordens kamen aus dem Westen und lie\u00dfen die D\u00f6rfer Lietzen, Marxdorf und Neuentempel entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Urbarmachung des Landes war immer mit dem Bau von Kirchen verbunden. Feldsteine waren in F\u00fclle vorhanden. Zun\u00e4chst war es das Ziel, das Christentum auszubreiten; andererseits bildeten die Kirchen ein Magnet f\u00fcr viele Siedler. Man zog in ihren Schutzbereich, denn wo Gott zu Hause ist, da ist auch Leben m\u00f6glich. Und wo eine feste und starke Kirche ist, da ist auch Schutz. Die M\u00f6nche halfen in Hungersn\u00f6ten und bei Krankheiten; die dicken Mauern der Kirchen boten Schutz bei Unwetter und Kriegsgefahr. Die Kirche von Neuentempel ist eine solche Trutzburg. Starke, bis zu zwei Meter dicke&nbsp; Mauer&nbsp; zeugen von&nbsp;&nbsp; ihrem Charakter als Wehrkirche. Enge Pforten erschwerten umso mehr eine milit\u00e4rische Einnehmung. Die quadratisch behauenen Feldsteine sind kaum zu knacken. Und tats\u00e4chlich hielt unsere Kirche auch allen Wirren der Zeit stand, bis sie schlie\u00dflich im April 1945 von deutschen Truppen auf ihrem R\u00fcckzug in Brand gesteckt worden ist.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"343\" height=\"298\" src=\"http:\/\/h219165.server21.campusspeicher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KircheNT1945.jpg\" alt=\"kirchent1945\" class=\"wp-image-98\" srcset=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KircheNT1945.jpg 343w, https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/KircheNT1945-300x261.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kirche vor der Zerst\u00f6rung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang der 50er Jahre bauten die Neuentempler ihre Kirche wieder auf. Jeder, der konnte, spendete einen Baum. Das kirchliche Leben bekam wieder einen Ort. In ihrem urspr\u00fcnglichen Zustand konnte die alte Kirche nicht mehr versetzt werden. So bekam der Turm ein schlichtes Pyramidendach, wo einst die mit Kupfer gedeckte, achteckige und h\u00f6lzerne Haube war, die im Jahr 1728 der K\u00f6niglich-Preu\u00dfische Chefzimmerermeister Buchholz aus C\u00fcstrin gefertigt hatte. Die Turmuhren gingen verloren. Zwei Glocken aber \u00fcberdauerten den Krieg in Hamburg, wo sie auf ihre Einschmelzung warteten. So l\u00e4uten heute immer noch eine gro\u00dfe Glocke aus dem Jahre 1421 und eine kleinere von 1767.&nbsp; Die T\u00f6ne fis und g geben dem Gel\u00e4ut einen unverkennbaren und fast klagenden Klang. Die dritte Glocke wurde 1942 leider eingeschmolzen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"295\" height=\"246\" src=\"http:\/\/h219165.server21.campusspeicher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/kirchentheute.jpg\" alt=\"kirchentheute\" class=\"wp-image-99\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gest\u00fchl, Empore, Kanzel, Taufstein und Altar wurden in den Jahren des Wiederaufbaus in der Tischlerei von Neuentempel hergestellt und tragen deutlich&nbsp;&nbsp; die&nbsp;&nbsp; Handschrift&nbsp;&nbsp; des Tischlermeisters Otto Baier. Ihm gelang es, dem Inneren des quadratischen Kirchenschiffes ein recht harmonisches Bild zu geben. Freilich erinnern sich die alten Neuentempler gerne an den wundersch\u00f6nen&nbsp; farbigen, barocken Kanzelaltar, an den Taufengel und die Orgel, die seinerzeit unsere Kirche schm\u00fcckten und unwiederbringlich den Flammen zum Opfer fielen.&nbsp;Seit dem 1. Advent 1998 kann die Kirche sich wieder \u00fcber ein Orgelpositiv freuen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So gesehen, ist Kirchengeschichte auch immer gleichzeitig Ver\u00e4nderung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich auf einen Rundgang um die Kirche begibt, wird an der&nbsp; S\u00fcdseite ein urspr\u00fcngliches Rundportal erkennen, das jetzt zugemauert ist. Im 14. Jahrhundert wurde die Kirche um ein Drittel vergr\u00f6\u00dfert. In diesem Zusammenhand entstand das schmale Spitzbogenportal im Inneren, dessen Spitze, die Schnittstelle der Erweiterung markiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kirche heute<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Goerlsdorf.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1959\" width=\"270\" height=\"359\" srcset=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Goerlsdorf.jpg 1125w, https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Goerlsdorf-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Goerlsdorf-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im 18. Jahrhundert entstand aus Platzmangel die Vorhalle des Kirchenschiffs. Maurermeister Johann Christoph Schulze aus Seelow \u00fcbernahm 1727 diese bauliche Ver\u00e4nderung. Zugleich vergr\u00f6\u00dferte er auch die Fenster. Anstelle der Wetterfahne, die das Signum derer von Hardenberg trug, schm\u00fcckt jetzt ein Kreuz den Turm.&nbsp; Der Schornstein auf dem Dach erinnert an die Zeit, da in der Kirche mit einem Ofen geheizt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber nicht nur in baulicher Hinsicht erkennt man den Wandel der Zeit, der durch eine Kirchengemeinde geht. Bereits 1312 ging Neuentempel in den Besitz des Johanniterordens \u00fcber. 1574 zog der erste evangelische Prediger Anton Hoffmeister in unser Dorf. Nach der napoleonischen Besatzung wurde 1817 die Pfarrstelle geschlossen und erst 78 Jahre sp\u00e4ter wieder durch Pfarrer Kuno Bollert besetzt. In dieser Vakanzzeit geh\u00f6rte Neuentempel zum Kirchspiel Dolgelin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Zeit des Nationalsozialismus behauptete sich unsere Kirchengemeinde unter der seelsorgerlichen F\u00fchrung des Pfarrers Friedrich von der Au als Bekenntnisgemeinde gegen die Deutschen Christen. 1937 fand hier bei uns unter gro\u00dfen Schwierigkeiten&nbsp; das&nbsp; Treffen der <a href=\"http:\/\/h219165.server21.campusspeicher.de\/wordpress\/startseite\/kirchenkampf\/\">Bekenntnisjugend<\/a> Ost-Brandenburgs statt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Pfarrhaus-Neuentempel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1957\" width=\"375\" height=\"281\" srcset=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Pfarrhaus-Neuentempel.jpg 1500w, https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Pfarrhaus-Neuentempel-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Pfarrhaus-Neuentempel-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Pfarrhaus-Neuentempel-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute ist Neuentempel der Pfarrsitz der Kirchengemeinden Diedersdorf \u2013 Neuentempel und G\u00f6rlsdorf \u2013 Worin \u2013 Alt Rosenthal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der ersten H\u00e4lfte des 13. 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