﻿{"id":1024,"date":"2020-03-22T10:30:04","date_gmt":"2020-03-22T09:30:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lznt.de\/?p=1024"},"modified":"2021-02-20T19:25:59","modified_gmt":"2021-02-20T18:25:59","slug":"sonntag-laetare-freue-dich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/2020\/03\/22\/sonntag-laetare-freue-dich\/","title":{"rendered":"Sonntag L\u00e4tare \u201eFreue dich!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Spruch f\u00fcr die Woche aus dem Johannesevangelium:<\/strong><br><em>Jesus sagt: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und stirbt, bleibt es allein; Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><br><br><strong>Lied f\u00fcr die Woche:<\/strong><em> <\/em><br><em>Jesu, meine Freude (im Evangelischen Gesangbuch Nr. 396)<\/em><br><br><strong>Den Bibeltext<\/strong>, der an diesem Sonntag L\u00e4tare im Mittelpunkt der Predigt steht, k\u00f6nnen wir beim Propheten Jesaja im Ersten Testament nachlesen (Kapitel 54, Verse 7-10):<br><em>Gott sagt: Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit gro\u00dfer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.<\/em> <em>Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der\u00a0HERR, dein Erl\u00f6ser.<\/em><br><em>Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr \u00fcber die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, dass ich nicht mehr \u00fcber dich z\u00fcrnen und dich nicht mehr schelten will.<\/em><br><em>Denn\u00a0es sollen wohl Berge weichen und H\u00fcgel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der\u00a0HERR, dein Erbarmer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, <br><br>der letzte Vers des Textes ist der Konfirmationsspruch meines Bruders. Ein wohltuender Satz, weil er Sicherheit gibt. Sicherheit durch unbedingte N\u00e4he.<br>1986 starb mein Bruder v\u00f6llig unerwartet. Nicht einmal 23 Jahre alt, jung verheiratet, Vater eines 6 Monate alten M\u00e4dchens. Mir war in jener Zeit, als ob Gott sein Versprechen gebrochen hatte.<br>Wochen nach der Beerdigung meines Bruders las ich in der Bibel wieder seinen KonfiSpruch, und da fiel zum ersten Mal mein Blick auf den Satz, der wenige Zeilen vorher bei Jesaja geschrieben steht: Gott sagt: \u201eIch habe dich einen kleinen Augenblick verlassen\u2026\u201c Und ich empfand ihn als heilsam, weil ich in ihm las, was ich selbst gerade erlebte: Von Gott verlassen und bestraft f\u00fchlen. Mit Jesus die Frage, ja Anklage herausschreien: \u201eWarum, Gott, warum?\u201c Keinen Boden mehr unter den F\u00fc\u00dfen sp\u00fcren. Und trotzdem ahnen: Gottes Barmherzigkeit, Gottes <strong>Warmherzigkeit<\/strong> bleibt in meinem Leben. <br>Unter allen Schmerzen, Tr\u00e4nen, Zweifeln wuchs f\u00fcr mich eine Gewissheit, wuchs langsam wie das Gras im Fr\u00fchling: Gott ist kein Talismann, der mich auf wundersame Weise vor allem Ungl\u00fcck sch\u00fctzt. Manchmal w\u00fcnsche ich mir genau solch einen. Dann erinnere ich mich: Gott ist mehr. Im  Un-Gl\u00fcck bleibt er bei mir, oft \u201estill und unerkannt\u201c. Und oft ist er der Letzte, die bleibt.<br><em>Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen\u2026 <\/em>Diese Worte lese ich in diesen Tagen und denke mit gro\u00dfer Hochachtung an die vielen Mitarbeitenden, die in Krankenh\u00e4usern und Kaufhallen bis zur Ersch\u00f6pfung arbeiten; an die vielen Mitmenschen, die Angst haben um ihre wirtschaftliche Existenz. Ich denke an die Abiturientinnen und Abiturienten und an  die Eltern &#8211; und an die Altgewordenen, die in Seniorenheimen vergeblich auf einen Besuch warten. Und ich w\u00fcnsche mir, dass alle erleben k\u00f6nnen: Gott bleibt.<br>Worte sind d\u00fcrr, um diese Erfahrung wiederzugeben. Johann Sebastian Bach hat sie in Noten gefasst, in seiner Motette \u201eJesu, meine Freude\u201c. In der 3. Strophe hei\u00dft es:<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eGottes Macht h\u00e4lt mich in acht, <br>Erd\u2018 und Abgrund muss verstummen, <br>ob sie noch so brummen.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6rt Euch diese wundervolle Musik an! Ich sp\u00fcre in ihr: Tats\u00e4chlich, in aller Furcht, in allen Abgr\u00fcnden, in allen Zweifeln, in aller Hilflosigkeit: Gottes Macht h\u00e4lt mich in acht.<br><br>Dieses zu erleben, das w\u00fcnsche ich euch von Herzen!<br>Herzlich verbunden,<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1025\" width=\"144\" height=\"46\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Gebet:<\/strong> <br><em>Jesu, meine Freude. Wir singen so unter deinen Schirmen. Allein, und doch nicht allein.<br>Was wir gerade erleben, verst\u00f6rt und ver\u00e4ngstigt uns. Gerade jetzt halt uns, damit wir aushalten k\u00f6nnen!<br>Sch\u00fctze alle, die Sorge tragen f\u00fcr unser Gemeinwesen! Wir sind in deiner Hand. <\/em><br><em>Amen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spruch f\u00fcr die Woche aus dem Johannesevangelium:Jesus sagt: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde f\u00e4llt und stirbt, bleibt es allein; Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,6],"tags":[],"class_list":["post-1024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-andachten","category-wort-zum-sonntag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1024"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1024\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1064,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1024\/revisions\/1064"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}