﻿{"id":1044,"date":"2020-04-04T18:51:25","date_gmt":"2020-04-04T16:51:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lznt.de\/?p=1044"},"modified":"2021-02-20T19:25:59","modified_gmt":"2021-02-20T18:25:59","slug":"sonntag-05-04-2020-palmarum-jesus-zieht-in-jerusalem-ein-hosianna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/2020\/04\/04\/sonntag-05-04-2020-palmarum-jesus-zieht-in-jerusalem-ein-hosianna\/","title":{"rendered":"Sonntag 05.04.2020, Palmarum: Jesus zieht in Jerusalem ein. Hosianna!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Spruch f\u00fcr die Woche aus dem Johannesevangelium:<\/strong><br><em>Der Menschensohn Jesus muss erh\u00f6ht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Lied f\u00fcr die Woche: <\/strong><br><em>Herr, lehre mich, dein Leiden zu bedenken (im Evangelischen Gesangbuch Nr. 91)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Den Bibeltext, der an diesem Sonntag L\u00e4tare im Mittelpunkt der Predigt steht<\/strong>, k\u00f6nnen wir beim Evangelisten Markus nachlesen (Kapitel 14, Verse 3-9):<br><em>Jesus war in Betanien bei Simon, dem Auss\u00e4tzigen, zu Gast. W\u00e4hrend des Essens kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fl\u00e4schchen mit reinem, kostbarem Narden\u00f6l. Das \u00f6ffnete sie und goss Jesus das \u00d6l \u00fcber den Kopf. &nbsp;Einige der Anwesenden waren emp\u00f6rt dar\u00fcber. \u00bbWas soll diese Verschwendung?\u00ab, sagten sie zueinander.&nbsp;\u00bbDieses \u00d6l h\u00e4tte man f\u00fcr mehr als dreihundert Silberst\u00fccke&nbsp;verkaufen und das Geld den Armen geben k\u00f6nnen!\u00ab Sie machten der Frau heftige Vorw\u00fcrfe. &nbsp;Aber Jesus sagte: \u00bbLasst sie in Ruhe! Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat eine gute Tat an mir getan.&nbsp;&nbsp;Arme wird es immer bei euch geben und ihr k\u00f6nnt ihnen helfen, sooft ihr wollt. Aber mich habt ihr nicht mehr lange bei euch. &nbsp;Sie hat getan, was sie jetzt noch tun konnte: Sie hat meinen K\u00f6rper im Voraus f\u00fcr das Begr\u00e4bnis gesalbt.&nbsp;&nbsp;Ich versichere euch: \u00dcberall in der Welt, wo in Zukunft die Gute Nachricht verk\u00fcndet wird, wird auch berichtet werden, was sie getan hat. Ihr Andenken wird immer lebendig bleiben.\u00ab<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<br><br>\u201eHeile, heile K\u00e4tzchen, &#8217;s K\u00e4tzchen hat vier T\u00e4tzchen, &#8217;s K\u00e4tzchen hat &#8217;nen langen Schwanz, bald ist alles wieder ganz.\u201c Die beste Medizin gegen kleine Beulen und Wunden ist, dieses kurze Verschen zu sprechen und \u00fcber die schmerzende Stelle zu streicheln. Freilich, wenn unsere Kinder gr\u00f6\u00dfer werden, ist es nicht mehr so ganz einfach mit dem Tr\u00f6sten. Heilsame N\u00e4he aber bleibt etwas, das uns Kummer, Schmerzen, Leiden tragen hilft. In jedem Lebensalter.<br>Ich sehe Jesus in dieser Geschichte: Er wei\u00df, was in den kommenden Tagen auf ihn zukommen wird. Auch er sp\u00fcrt Angst in sich aufsteigen. Im Garten Gethsemane wird er auf dem Erdboden liegen, weinen und beten. In dieser be\u00e4ngstigenden Situation gibt ihm die namenlose Frau: N\u00e4he, \u00fcber die Grenzen der Sitte und Gebr\u00e4uche hinweg. Sie ber\u00fchrt ihn sanft, vielleicht auch etwas z\u00f6gerlich und h\u00f6rt nicht auf die (vern\u00fcnftigen) Einw\u00fcrfe der M\u00e4nner.<br>Ausgerechnet in diesen Tagen lesen wir nun diese Geschichte: Heute, da N\u00e4he untersagt werden muss. Die altgewordenen Eltern warten vergeblich auf einen Besuch. Das Kinderlachen auf dem Spielplatz ist verstummt. Allm\u00e4hlich sickert in unsere Herzen, dass sich zu Ostern keine fr\u00f6hliche, gro\u00dfe Familienrunde am bunten Fr\u00fchst\u00fcckstisch versammeln wird. Wir diskutieren \u00fcber Abstandsregeln &#8211; das ganze Gegenteil zu heilsamer N\u00e4he.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber gerade heute spricht die Frau zu mir: Sie ist erfinderisch, um Jesus das zu geben, was er in der verwirrenden Zeit braucht. Und da fallen mir all\u2018 die Ideen ein, die Menschen jetzt entwickeln, um anderen nahe zu sein, gerade jetzt: Mir hat es die Tr\u00e4nen der R\u00fchrung in die Augen getrieben, als ich von den Kindern in Frankfurt las, die Briefe geschrieben und Bilder gemalt haben, um sie in ein Seniorenheim zu schicken. Ich bewundere die Alten, die pl\u00f6tzlich Tablets in der Hand halten und skypen, um mit der Familie in Kontakt zu bleiben (ja, vielleicht haben wir J\u00fcngeren die \u00c4lteren in dieser Hinsicht oft untersch\u00e4tzt\u2026). Mich tr\u00f6stet, wie viele Menschen durch das Gebet deutlich zeigen, dass wir im f\u00fcreinander Beten immer nah beieinander sind. Ich bin angetan von der Idee einer Kirchen\u00e4ltesten, eine Anleitung f\u00fcrs Tischabendmahl daheim auf unsere Netzseite zu stellen; denn das Abendmahl ist f\u00fcr uns Christen die gr\u00f6\u00dfte N\u00e4he zueinander und zu Jesus, ob zu Hause mit der Familie oder in der Kirche mit den Schwestern und Br\u00fcdern gefeiert.<br>Ich merke beruhigt und ber\u00fchrt, an wie vielen Stellen Menschen heute wie die namenlose Frau aus der Geschichte sind, und denke: Recht hat er, unser Jesus! Ihr Andenken ist lebendig \u00fcberall dort, wo wir erfinderisch bleiben und Menschen gerade in Zeiten der Abstandsregeln N\u00e4he schenken.<br><br>Herzlich verbunden,<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1025\" width=\"138\" height=\"44\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Gebet:<\/strong><br><em>Jesus,<br>so viel Sehnsucht bleibt in diesen Tagen ungestillt.<br>Das macht unsere Herzen schwer, die Tage lang und manche\/n bringt das zur Verzweiflung.<br>Gut, dass wir darauf vertrauen k\u00f6nnen: Du kommst zu uns. In die stillen Kirchen, an den K\u00fcchentisch, ans Krankenbett.<br>Das l\u00e4sst uns auf den Durststrecken durchhalten.<br>Amen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spruch f\u00fcr die Woche aus dem Johannesevangelium:Der Menschensohn Jesus muss erh\u00f6ht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,6],"tags":[],"class_list":["post-1044","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-andachten","category-wort-zum-sonntag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1044","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1044"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1044\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1066,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1044\/revisions\/1066"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1044"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1044"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1044"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}