{"id":1103,"date":"2020-05-09T15:28:35","date_gmt":"2020-05-09T13:28:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lznt.de\/?p=1103"},"modified":"2021-02-20T19:25:59","modified_gmt":"2021-02-20T18:25:59","slug":"kantate-10-05-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/2020\/05\/09\/kantate-10-05-2020\/","title":{"rendered":"Kantate, 10.05.2020"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Evangelisches Gesangbuch 302:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Du-meine-Seele-singe.mp3\"><\/audio><figcaption>Du meine Selle, singe&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Du-meine-Seele-singe.mp3\"><br>oder zum<\/a><a href=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Du-meine-Seele-singe.mp3\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>1. Du meine Seele, singe, wohlauf und singe sch\u00f6n dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.<br><br>2. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das h\u00f6chste Gut erlesen, den sch\u00f6nsten Schatz geliebt; sein Herz und ganzes Wesen bleibt ewig unbetr\u00fcbt.<br><br>3. Hier sind die starken Kr\u00e4fte, die unersch\u00f6pfte Macht; das weisen die Gesch\u00e4fte, die seine Hand gemacht: der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unz\u00e4hl\u2019ge Herde im gro\u00dfen wilden Meer.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Paulus schreibt an die Gemeinde in der griechischen Stadt Koloss\u00e4 (Kapitel 3, 12ff):<\/strong><br><em>Gott hat euch als seine Heiligen erw\u00e4hlt, denen er seine Liebe schenkt. Darum legt nun die entsprechende \u00bbKleidung\u00ab an:<br>herzliches Erbarmen, G\u00fcte, Demut, Freundlichkeit und Geduld. Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorwirft. Wie der Herr euch vergeben hat, so sollt auch ihr vergeben! Und \u00fcber all das legt die Liebe an. Sie ist das Band, das alles andere zusammenh\u00e4lt und vollendet. Das Wort, in dem Christus gegenw\u00e4rtig ist, wohne in reichem Ma\u00df bei euch. Belehrt euch gegenseitig und bringt euch zur Vernunft. Tut das in aller Weisheit. Singt Gott aus vollem Herzen Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder. Denn er hat euch Gnade geschenkt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder,<br><br>es schneidet mir ins Herz: Ausgerechnet das Singen, sch\u00f6nster Ausdruck der Gemeinschaft, gilt als eine Quelle von sehr hohem Infektionsrisikos.<br>Ich singe gerne. Auch bei den Worten von Paulus f\u00e4llt mir als erstes ein Lied ein. Mit einem Augenzwinkern der (offensichtlich gerade zur Diskussion um die Gestaltung der Gottesdienst passende) Schlager \u201eWir lassen uns das Singen nicht verbieten\u2026\u201c, v. a. aber das bekannte Kinderlied \u201eGr\u00fcn, ja gr\u00fcn sind alle meine Kleider\u2026\u201c Endlos viele Strophen hat es. In der kindergartenlosen und schullosen Zeit k\u00f6nnen wir Eltern im Rahmen von home schooling noch neue dazu dichten: \u201eT\u00fcrkis, t\u00fcrkis sind alle meine Kleider, t\u00fcrkis, t\u00fcrkis ist alles, was ich hab; denn ich liebe, alles, was t\u00fcrkis ist, weil mein Schatz OP-Schwester ist.\u201c<br>Bestimmte Berufsgruppen tragen bestimmte Kleidung. Das hat einen Widererkennungseffekt, das schafft Vertrauen: Ich wei\u00df sofort, wer hinter den Kleidern steckt. Eine \u00c4rztin im wei\u00dfen Kittel, ein Polizist in blauer Uniform, eine Pfarrerin im schwarzen oder wei\u00dfen Talar.<br>Paulus beschreibt die Kleidung von uns Christen. Gleich f\u00e4llt mir auf: Kleidung, die ich anziehe, die muss entweder f\u00fcr mich praktisch sein oder mir gefallen oder eben meinen Berufsstand kennzeichnen. Die Anziehsachen, von denen Paulus schreibt, sind nicht zuerst f\u00fcr mich da, sondern f\u00fcr meine\/n N\u00e4chste\/n. Zum Beispiel das Kleidungsst\u00fcck \u201eherzliches Erbarmen\u201c, aus der Sprache, in der Jesus zu Hause war, besser \u00fcbersetzt mit \u201eWarmherzigkeit\u201c. Warmherzig bin ich, wenn ich den\/die Andere\/n nicht ausgrenze oder in Schubladen stecke a la \u201eKinder sind zu laut, die Jugendlichen verroht, mein Nachbar faul, weil er nicht mal seinen Vorgarten ordentlich pflegt und die Ausl\u00e4nder alle eh nur Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge.\u201c Warmherzig bin ich, wenn ich meine\/n N\u00e4chste\/n nehme, wie er oder sie ist und akzeptiere: \u201eAuch du bist ein von Gott geliebtes, wertgesch\u00e4tztes Gesch\u00f6pf.\u201c Warmherzigkeit ist wirklich wie ein weicher Schal, den ich dem\/der Anderen w\u00e4rmend um die Schultern legen kann in einer Gesellschaft, in der viel zu oft ein rauer, kalter Wind bl\u00e4st. W\u00e4hrend ich mir die Warmherzigkeit ausmale, merke ich schon: Es ist gar nicht so einfach mit der christlichen Uniform: Die Anderen akzeptieren, geduldig sein, sich selbst zur\u00fccknehmen\u2026. \u201eDoch!\u201c, sagt Paulus. Gerade deswegen hat er sicherlich dieses Bild gew\u00e4hlt. Normalerweise ziehen wir uns jeden Tag an, ob Kost\u00fcm oder Chillhose oder Nachthemd. Kleine Kinder sind sehr stolz auf sich, wenn wie sich selbst anziehen k\u00f6nnen. Die \u00fcber 80 j\u00e4hrige, liebenswerte Pfarrwitwe, die im Pfarrhaus Neuentempel wohnte, war sehr stolz darauf, dass sie sich in ihrem hohen Alter die Str\u00fcmpfe selbst anziehen konnte, manchmal auf einem Bein stehend. Sich kleiden ist f\u00fcr uns eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit und oft auch Ausdruck unserer Pers\u00f6nlichkeit.<br>So ist es auch mit der christlichen Kleidung: Es ist selbstverst\u00e4ndlich und allt\u00e4glich, sie anzuziehen, so wie wir uns eine Jacke \u00fcberstreifen, wenn wir das Haus verlassen. Und so wie die Jacke sch\u00fctzt und w\u00e4rmt, w\u00e4rmen und sch\u00fctzen auch Geduld, Demut und G\u00fcte. Manchmal sind wir geneigt, \u00fcber diesen Gedanken zu l\u00e4cheln und zu sagen: \u201eNee, frech kommt weiter. Stark setzt sich durch. Geduld wird ausgenutzt.\u201c Ich denke, wir wissen aber sehr genau, dass Paulus recht hat: Unsere Gemeinschaft w\u00e4re ein besserer Platz f\u00fcr alle, wenn wir konsequent diese unsichtbare Kleidung tr\u00fcgen. Nur, merkw\u00fcrdigerweise vergessen wir es, darum erinnert Paulus daran. Und er hat ein Mittel gegen dieses Vergessen: Wir sollen davon singen; denn was wir besingen, das pr\u00e4gt sich besonders gut ein.<br>Also singe ich mal wieder, diesmal allein und auf die bekannte Kinderliedmelodie den Text frei nach Paulus:<br><em>\u201eWarmherzigkeit ist meine liebste Kleidung.<br>Warmherzigkeit ist alles, was ich tu\u2018.<br>Darum lieb ich die Warmherzigkeit,<br>weil Gott selbst warmherzig ist.\u201c<br><\/em><br>Bleibt in diesem Sinne gut gekleidet,<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1025\" width=\"134\" height=\"42\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pfarrerin Rahel Charlotte Mielke<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Evangelisches Gesangbuch 325:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>1. Sollt ich meinem Gott nicht singen?<br>Sollt ich ihm nicht dankbar sein?<br>Denn ich seh in allen Dingen,<br>wie so gut er\u2019s mit mir mein\u2019.<br>Ist doch nichts als lauter Lieben,<br>das sein treues Herze regt,<br>das ohn Ende hebt und tr\u00e4gt,<br>die in seinem Dienst sich \u00fcben.<br>Alles Ding w\u00e4hrt seine Zeit,<br>Gottes Lieb in Ewigkeit.<br>Amen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. 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