﻿{"id":1364,"date":"2021-01-23T18:24:44","date_gmt":"2021-01-23T17:24:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lznt.de\/?p=1364"},"modified":"2021-04-10T12:22:45","modified_gmt":"2021-04-10T10:22:45","slug":"3-sonntag-nach-epiphanias-24-01-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/2021\/01\/23\/3-sonntag-nach-epiphanias-24-01-2021\/","title":{"rendered":"3. Sonntag nach Epiphanias, 24.01.2021"},"content":{"rendered":"\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Im Evangelium nach Matth\u00e4us hei\u00dft es im Kapitel 8:<\/strong><br><em>Als aber Jesus nach Kapernaum hineinging, trat ein Hauptmann zu ihm; der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gel\u00e4hmt und leidet gro\u00dfe Qualen. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn auch ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er&#8217;s.<br>Als das Jesus h\u00f6rte, wunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden! Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Geh hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast. Und sein Knecht wurde gesund zu derselben Stunde.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Schwestern, liebe Br\u00fcder,<br><br>Buchl\u00e4den d\u00fcrfen, selbst in pandemiebedingten Schlie\u00dfzeiten, ge\u00f6ffnet bleiben. Im Fr\u00fchjahr stehe ich vor den reichlich gef\u00fcllten Regalen einer Buchhandlung und staune \u00fcber die Massen an Ratgebern zu allen Bereichen unseres Lebens. Wahllos ziehe ich einen heraus, der sich dem Thema widmet \u201eOptimiere dein Leben!\u201c. Neugierig lese ich, dass ich mich morgens vor den Spiegel stellen und mich selbst mit den Worten begr\u00fc\u00dfen soll: \u201eDu bist gut! Du bist sch\u00f6n!\u201c<br><br>Ich kann abk\u00fcrzen: Versucht habe ich es, allein gefruchtet haben die freundlichen Worte an mich nicht. Eher halte ich es mit dem afrikanischen Sprichwort: \u201eDas Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen.\u201c Ein gutes Wort, das mir ein\/e Andere\/r zusagt, richtet auf, verleiht Schwung, hilft weiter.<br><br>\u201eSag nur ein Wort!\u201c, bittet der Hauptmann ausgerechnet Jesus. Der r\u00f6mische Soldat ist keiner, der in die N\u00e4he von Jesus zu passen scheint: Ein Milit\u00e4r, gewohnt, Befehle zu erteilen. Ein R\u00f6mer, der das Heimatland von Jesus besetzt h\u00e4lt. Ein Heide, der \u00fcber Gott nichts wei\u00df oder nichts wissen will. Ausgerechnet der wendet sich an Jesus. Weil er Hilfe braucht, nicht f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr seinen Knecht, seinen Angestellten, der an einer schlimmen Krankheit leidet. Dessen Qualen ber\u00fchren den Hauptmann so sehr, dass er selbst die Grenzen des Anstandes \u00fcberschreitet. Es scheint ihm v\u00f6llig egal zu sein, was die anderen, die Jesus umringen, zu seinem Vorsto\u00df sagen. Ich h\u00f6re sie tuscheln: \u201eWas will der denn hier?\u201c und: \u201eWas will denn die im Gottesdienst?\u201c<br><br>Mit seiner eigenen Macht ist der Mann am Ende. F\u00fcr ihn, der es gewohnt ist, dass ihm alle gehorchen, muss das eine schwierige Erfahrung sein. Ich vermute, auch f\u00fcr Viele unter uns ist das eine beschwerliche Sache: Zugeben, dass ich selbst nicht weiter kann \u2013 und vor allem: Den\/die Andere\/n um Hilfe bitten. Ein starkes Argument gerade der Altgewordenen h\u00f6re ich immer wieder: Ich m\u00f6chte doch nicht auf andere angewiesen sein, sprich: andere um Hilfe bitten m\u00fcssen.<br><br>Wie so oft in solchen Geschichten reagiert Jesus sehr zur\u00fcckhaltend. Und wieder staune ich \u00fcber den Hauptmann: Er l\u00e4sst sich nicht abwimmeln. Er sagt nicht: \u201eNa gut, ich habe es versucht.\u201c Nein, er WILL die Hilfe, er WILL sie jetzt, er WILL sie f\u00fcr den anderen Menschen. Ach, g\u00e4be es doch mehr solche Hauptm\u00e4nner und Hauptfrauen, die anderen helfen wollen und daf\u00fcr Grenzen \u00fcberschreiten; die f\u00fcr andere bitten und betteln!<br><br>Sein ganzes Wollen und W\u00fcnschen legt er in diese Worte: \u201eSprich nur ein Wort, Jesus!\u201c Was genau Jesus sagt, erfahren wir nicht, aber er sagt sie: Worte, die Mut machen, tr\u00f6sten, heilen, Hoffnung geben. Ich sehe daran, dass Jesus nicht w\u00f6rtlich zitiert: Wir sollen selbst erg\u00e4nzen, was hier fehlt. Wir sollen selbst die heilsamen Worte f\u00fcreinander finden. Wir k\u00f6nnen ein Wort sagen, dass hilft. Vertrauen wir darauf, dass Worte tats\u00e4chlich solche Macht haben!<br><br>Ich sehe zahlreiche \u201ekranke Knechte und M\u00e4gde\u201c in unserer N\u00e4he, die genau solch ein Wort dringend brauchen; denn das Wort, das hilft, kann ich mir nicht selbst sagen.<br><br>Jesus, gro\u00dfe Heilkraft steckt in deinen Worten.<br><br>\u00d6ffne meine Ohren, dass ich dein aufweckendes Wort h\u00f6re! Bewege meinen Mund, damit ich weitergebe, was mir selbst geholfen hat! Schenk mir Fantasie, damit ich die richtigen Worte finden kann!<br><br>Amen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lied f\u00fcr diese Woche:<\/strong><br><br><em>1. In Christus gilt nicht Ost noch West, in ihm nicht S\u00fcd noch Nord, wo er wirkt, wird Gemeinschaft sein, gehalten durch sein Wort.<br><br>2. Woher wir stammen, fragt er nicht. Er l\u00e4dt zu Brot und Wein, bringt alle uns an seinen Tisch, l\u00e4sst uns dort eines sein.<br><br>3. Drum kommt und bindet fest den Bund. Was trennt, das bleibe fern. Wer unserm Vater dienen will, der ist verwandt dem Herrn.<br><br>4. In Christus trifft sich Ost und West, er eint auch S\u00fcd und Nord, schafft selbst die gute, neue Welt und spricht das letzte Wort.<\/em><br><br>Melodie \u201eIch singe dir mit Herz und Mund\u201c, Evangelisches Gesangbuch Nr. 324, <br>Begleitung: https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DtXitJe50KI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,6],"tags":[],"class_list":["post-1364","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-andachten","category-wort-zum-sonntag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1364"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1364\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1365,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1364\/revisions\/1365"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lznt.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}